Die Reise der Tannenbäume beginnt am Rande Europas

Veröffentlicht von: Kersten Scholz In: Weihnachtsbäume Am:

Die Reise der meisten Weihnachtsbäume beginnt auf etwa 1000 m Höhe in der Region Ambrolauri, eine der schönsten und ursprünglichsten Regionen Georgiens. Dort wachsen und gedeihen die prächtigsten und ältesten Nordmanntannen in ganz Europa. Die Tannen werden dort bis zu 1000 Jahre alt und wachsen bis auf eine Höhe von 50 m. In dieser Höhe gedeihen die Samen der Weihnachtsbäume, bevor sie jeden Herbst von den georgischen Zapfenpflückern geerntet werden. Um auch die aller höchsten Bäume erklimmen zu können, nutzen die Pflücker spezielle Seilklettertechniken wie sonst nur Hochalpine-Bergsteiger verwenden. Nach der Trocknung und Auslese der besten Samen, gelangen diese weiter zu den deutschen Baumschulen.

Zunächst werden die Samen in speziellen Saatbeeten zum Keimen und Austreiben gebracht. Ein nährstoffreicher  Boden und viel Wasser bilden dabei die Grundvoraussetzung für ein schnelles und gesundes Aufwachsen der Bäume. Zusätzlich gilt es die Baumkulturen frei von Unkraut und Krankheiten zu halten. Im Alter von 2 - 3 Jahren werden die Bäume dann verpflanzt. Das sorgt dafür, dass die den einzelnen Bäume mehr Platz zum wachsen bekommen. Zudem wird dadurch das Wurzelwachstum angeregt, was der Pflanze dann später ermöglicht im Topf zu überwintern. Im Alter von 5 - 6 Jahren erhalten die meisten Bäume einen Formschnitt, der der Nordmanntanne ein kompaktes Ansehen verleiht.

Sobald die Nordmanntannen ein Alter von 7 - 12 Jahren erreicht haben, beginnt die Ernte der Weichnachtsbäume und somit leider auch das Ende der Bäume, zumindestens der meisten Weihnachtsbäume. Da bei herkömmlichen Weihnachtsbäumen der Stamm vom Wurzelballen getrennt wird, besteht nach Weihnachten keinerlei Möglichkeit mehr ein überleben der Bäume zu ermöglichen. Zusätzlich fängt der Baum schon nach kurzer Zeit an sein Nadelkleid zu verlieren. Um zu gewährleisten das der Weihnachtsbaum noch viel Jahre weiter lebt, muss der Baum  samt Erdreich in den Topf kommen. Das ist zeitaufwendig und anstrengend, macht aber den Unterschied zwischen einem nachhaltigen und einem Einweg-Baum aus.

Damit der Baum in unsere Wohnzimmer passt, muss er mit Strohband aufgebunden werden. Dieses lässt sich zu Hause ganz einfach wieder entfernen. Damit steht dem Weihnachtsfest nichts mehr im Wege. In der Zeit um Weihnachten muss der Weihnachtsbaum natürlich auch mit Wasser versorgt werden, dass hilft ihm seinen Glanz und sein Nadelgewand zu erhalten. 

Wenn der Baum sich nach Weihnachten wieder bereit für die Baumschule macht, ist es wichtig das der Baum nicht allzu schnell der Winterkälte ausgesetzt wird. Der Baum wandert zunächst in Gewächshäuser und wird dort weiter versorgt. Im Frühling kann er dann in seiner gewohnten Umgebung weiterwachsen und sich auf der nächste Weihnachtsfest vorbereiten.

Nach mehreren Jahren jedoch wird der Baum zu groß für den jährlichen Umzug. Der Baum geht also in Rente und wächst und gedeiht weiter bis er irgendwann einmal ein hohes Alter erreicht. Ganz dem Vorbild seiner Verwandten in den Kaukasus Tälern.